Auf dem Weg zu Freunden und dem Ural

Verfasst am: 19.05.2015

Auf dem Weg zu Freunden und dem Ural

von Moskau aus geht es auf den „bekannten“ Campingplatz in Sousdal..... bekannt, weil ich in einigen Blogs schon darüber gelesen hatte, um so erstaunter waren wir dass keiner da war, der junge Mann sass verweist in der Rezeption, keine Gäste. OK, er kostet 15 Eu/Tag, aber ist es auch Wert! Alles blitzblank, sehr moderne Duschen und Toiletten, selbst an eine Waschmaschine wurde gedacht, kostet aber extra, 150 Rub (2,80 Eu).
Bei selbstgemachtem Schaschlik und Lagerfeuer ging uns das so richtig gut.

Aber..... man hat Ziele, also mussten wir weiter. Kurz noch an einem der riesigsten Supermärkte gehalten, Globus in der Stadt Vladimir. So etwas habe ich noch nicht gesehen..... 30m Wodka auf 5 Regalen übereinander, bestimmt noch mal 20m Schampoo, Schokolade unendlich ….. Alles, wirklich alles war zu bekommen, Sanktionen? Welche Sanktionen? Whisky: Irish, Schottisch und Amerikanisch, teilweise in 5 L Flaschen. Ich glaube das ganze gesabbel ist kpl. verarsche.....

Noch eine letzte gemeinsame Nacht mit Jutta und Wolfgang (http://www.gecko-reisen.blogspot.de ) und dann trennten sich unsere Wege. Ihr beiden: Danke für die gemeinsame Zeit !! Und alles Gute Euch, viel gutes Erleben.
Mein Weg führte nach Samara, dort habe ich auf der 2013er Reise Michael kennen gelernt, er kommt ursprünglich aus Holm in Schleswig, lebt aber schon viele, viele Jahre in Russland. Inzwischen muss er für Deutschland ein Visum beantragen, hat nur noch den russischen Pass.
Und da sind auch noch viele andere die ich gerne wiedersehen möchte.....
Ich habe ja geschrieben, dass ich kein Tagebuch schreiben möchte, lieber Begegnungen oder anderes Erleben.... so ganz ohne Abfolge geht das natürlich nicht, aber wenn es etwas gibt, dann erzähle ich das gerne. So eine Begegnung hatte ich auf dem Weg nach Samara..... und nicht zum ersten Mal. Kurz zur Vorgeschichte: Der beste Freund von Michael ist Sergej, ein Bauunternehmer und Schlitzohr, hat überall die Finger drin, kennt Gott und die Welt. 2013 war ich auf dem Hin und Rückweg zu Besuch in Samara..... von dort bin ich dann langsam Richtung Krim und dann nach Hause. Ca. 350km weit weg von Samara, ich stehe am Strassenrand, hupt es.... Sergej !!
Russland ist so unfassbar gross, aber hier treffen wir uns. Verabreden uns zum gemeinsamen Feiern auf der Krim. So geschah es 2013....
2015, jetzt auf dieser Reise, bin ich ca. 60 km vor Samara, hundemüde von 5 Stunden Schlaglochpiste, fahre über eine Brücke, sehe einen Weg ans Ufer gehen dahinter. Also langsam runter getastet, …. mist, alles verschlammt, da geht es nicht weiter. Rückwärtsgang rein, es hupt. Im Spiegel ein weisser Landrover..... den kenn ich doch, tatsächlich, Sergej das Schlitzohr. Er fuhr just in dem Augenblick unter der Brücke durch, als ich über sie fuhr, eine Sache von 2-3 Sekunden und er hätte mich nicht gesehen. Unglaublich? Aber wahr !
Er verstand nach einen kurzen Gespräch, dass ich müde bin und lieber morgen in neuer Frische zu ihnen nach Samara komme, zeigt mir noch ein nettes Plätzchen am See..... und Tschüss.
Das Wiedersehen am nächsten Tag war natürlich grossartig, alle waren gekommen um mit mir zu reden, zu fragen, zu trinken und essen. Ein Tag musste reichen, ich habe noch einen sehr weiten Weg vor mir, aber im Herbst komme ich wieder. Danke liebe Freunde !
Weiter Richtung Osten, auf Ufa zu. Es ist kalt, 10-14°C nur, aber Sonne..... der Himmel ist hier höher, aber hier ist alles grösser.... eben auch der Himmel. Beste Strasse, sogar 6 Spurige Autobahn um Ufa herum, aber auch Abschnitte zum heulen.... mein Fahrwerk ist echt gut, aber wenn es alle Meter tiefe Querfugen gibt, hilft nur runter vom Gas und im zweiten Gang so gut es geht um die tiefen Löcher rum. Gebaut wird an der Strasse wie verrückt, irgendwo ist immer ein Trupp, bessert aus, oder baut komplett neue Strassen. Wenn das so weitergeht, kann man Russland bald mit einem Serienwohnmobil bereisen.
Im Moment bin ich ganz froh über meinen alten Toyota Land Cruiser.

Der Ural kommt in Sicht, mal geht es steil nach oben, 8% Steigung und mal endlose flache Steigungen. Es wird kälter.... fängt an zu Regnen. In moderaten 165m Höhe, nach über 5 Stunden reine Fahrzeit (Garmin GPS) fahre ich an einen Sendemast und stelle mich seitlich an den Weg..... Haha..... geiler Platz, volles 3G ;-) Es regnet die ganze Nacht und so habe ich am Morgen einige Bedenken wie ich wieder an die Strasse komme. Aber der Sandweg ist gut und fest, kein Problem.

Heute dann Ural pur..... hoch und höher geht es, bei 684m ist der höchste Punkt erreicht, Luft wird auch schon irgendwie knapp ;-)
Weiter geht’s..... auf einmal sehe ich einen Weg rechts abgehen, er ist geschottert und führt nach oben, nicht lange überlegen, Fahren. Oben angekommen, sehe ich zuerst eingestürzte Bauten, den obligatorischen Müll..... und ein tolles plattes Feld. Genau da stehe ich jetzt, mitten im Ural. Um mich rum, in ca. 100m Entfernung sind alles eingestürzte Bauten, Holz und Betonhäuser. Aber ich finde nicht heraus was das mal war. Im Regen schlendere ich durch das was vielleicht mal ein kleines Dorf war und mache Bilder.
Gerade eben wärend ich hier schreibe, besucht mich ein Fuchs.....


Es ist erst kurz nach Mittag, aber ich habe Zeit. In zwei Tagen sollte ich in Kurgan sein, das sind noch 500km, also alles locker.
Dort in Kurgan werde ich die Familie besuchen, die mir 2013 so sehr geholfen hat. Wenn nichts weiter passiert, dann melde ich mich nach den Tagen in Kurgan wieder.

Bis dann...... bleibt gespannt.
 

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