auf nach Moskau

Verfasst am: 08.05.2015

Von der Apfelinsel in Litauen geht es nach Lettland, in die Hauptstadt Riga.

In Riga auf dem City Camping Platz, treffen wir Zehra und Matthias aus Belgien mit einem Lada Niva. Sie fahren fast die selbe Route wie Jutta und Wolfgang, da gibt es viel zu erzählen, fragen und berichten. Ohne Russischkenntnisse, nicht mal Kyrillisch können die Beiden, wollen sie das Abenteuer wagen. Der Lada ist für Russland natürlich das ideale Auto, wird er doch in Togliatti, nahe Samara gebaut. Aber das ist wirklich Reisen auf aller engstem Raum, nur ein grosses Dachzelt zum Schlafen bietet etwas Platz. Alles Gute Ihr Beiden !!



Wir können erst am 06.05 nach Russland einreisen, irgendwie hat das mit der Absprache zwischen uns nicht so ganz geklappt, mein Visum würde mir eine sofortige Einreise gestatten, die Richters können erst am 06.05
Aber kein Problem, sehen wir uns Lettland noch etwas an..... weit kommen wir aber nicht, am Weg wird ein Campingplatz angezeigt.... sehr dicht an der Ostsee. ( der Ort heisst Ragaciems, westlich von Riga) Also den Weg runter..... Tor ist geschlossen. Ein neugieriger Nachbar stellt sich als Helfer in der „Not“ raus, er kennt den Besitzer und telefoniert. Kurzerhand wird der Zaun aus der Erde gerissen, wir sollen auf den Platz fahren. Und tatsächlich, wir stehen keine 10 Meter vom Wasser entfernt.... einfach nur klasse. Leider ist das Wetter nicht klasse, sehr durchwachsen mit viel Wind und gerade mal 10°C



Oldis, der Besitzer, kommt Abends dann noch mal.... eigentlich hätte er noch gar nicht geöffnet, es gibt nur ein hölzernes Plumsklo, kein Wasser, kein Strom, keine Duschen..... ein paar Bänke stehen in der Gegend rum. Für uns aber dennoch ein Traumplatz. 3 Tage vergehen wie im Flug, es wird gegrillt, am Lagerfeuer Geschichten erzählt und ein paar fällige Kontrollen an den Fahrzeugen gemacht. Ein kleiner Tante Emma Laden nur 100m entfernt, versorgt uns mit dem was wir brauchen. Ende Mai will Oldis den Platz eröffnen.... er hat einen sehr starken Glauben....






Zum Abschied bekommt er von mir noch ein Glas Ostsee Salz (siehe meine Partner) und ist ganz gerührt von diesem originellen Geschenk.

Nun aber auf nach Moskau, am 05.05 starten wir in Richtung Grenze, kurz davor bleiben wir an einem Fluss stehen und warten wie Rennpferde in der Startbox darauf endlich nach Russland zu kommen. Sehr früh fahren wir los, die Grenze ist nicht weit, morgens soll es am einfachsten sein.... was haben wir gerade von dieser Grenze alles gelesen und gehört.... 6, ja 8 Stunden haben einige warten müssen auf Aus- und Einreise..... die Letten mögen die Russen nicht und umgekehrt. Nur.... wir haben keine Wahl. Seit es über die Ukraine nicht mehr geht bleibt nur das Baltikum. Die Letten sind EU Aussengrenze, dementsprechend geht es gründlich zu bei der Abfertigung.... denkste !
Grade mal einen kleinen Blick, mehr aus Neugier als aus Kontrolle, wird in die Autos geworfen, dann geht es weiter die paar Meter bis zur Russischen Grenze. Wenige PKW stehen vor uns, dann sind wir dran, ich vorne weg. Leute..... ich war aufgeregt..... endlich wieder nach Russland. Zettel ausfüllen, insgesamt 4 Bögen, alles wird genau geprüft, dann dieser Blick in den Pass und der Vergleich mit der Realität..... todernste Miene, schliesslich hat die Grenzerin einen wichtigen Posten. Gleich zwei Herzdamen in Uniform wollen dann mein Auto kontrollieren.... die beiden also rein in den Aufbau..... ich stehe aus gutem Grund draussen..... die eine Respektsperson ist doch reichlich füllig.... so wie ich auch, die andere Dame ist eher zierlich. Aber es hilft nichts, ich muss auch rein und „please open“ die Schränke..... es wäre zum totlachen wie wir uns an einander vorbei quetschen, wenn mir nicht etwas mulmig wäre. Was, wenn ich die ganze Kiste entladen muss? Was, wenn sie die Solaranlage auf dem Dach sehen und Zoll haben wollen?
Nix !! nur ein paar scheue Blicke in die offenen Schranktüren und Sitzkasten.... dawai.
Gerade mal 2 Stunden inkl. Wartezeit in der Schlange und wir sind in RUSSLAND.
Auf nach Moskau.... 2 Tage haben wir Zeit, wollen uns noch etwas erholen vor dem grossen Tag, dem 09.05, Tag des Sieges im grossen Vaterländischem Krieg. Russland ist gepflastert mit Plakaten und Spruchbändern, die alle auf „70 Jahre nach dem Sieg“ hinweisen. Russen ist der Tag sehr wichtig, viele Autos haben Schilder mit dem Satz: „Danke für den Sieg“
Sie sind stolz auf ihr Land, stolz auf die Geschichte. Ich bin nicht stolz auf mein Land, nicht auf das was aktuell passiert und nicht was die Geschichte angeht..... das ist schade.... Goethe und Schiller sind zu weit weg für mich, und alles was danach kam....? lassen wir das, es macht mich traurig. So nehme ich denn Anteil an der russischen Freude.
Wolfgang hatte mitten in Moskau einen Campingplatz rausgesucht, im Sokolniki Park, diesen steuern wir an. Bereits ca. 20 Km vor Moskau beginnt stärkere Bebauung und der Verkehr nimmt deutlich zu. Sehr interessante Bauten bekommen wir zu sehen, Hochhäuser die sogar gut aussehen, eine Runde Brücke mit einer Kugel oben im Gipfel, ein Restaurant.


 



Dank Navi finden wir den Platz schnell, wenn schnell heisst sich mit Schrittgeschwindigkeit durch die grosse Stadt zu quälen. In Moskau ist anscheinend immer Rush Hour. Für unter 10 Eu / Tag stehen wir nun hier, haben allen Komfort der auch auf Europäischen Plätzen standard ist, inkl einer Waschmaschine.

Und bekommen auch noch sehr netten Besuch von Sergej Kalinichev, dem Chef von Rus-Sim (siehe Partnerseite). Er fährt unters wegen quer durch Moskau um uns ein paar Tipps und Geschenke zu geben. Danke Sergej, Du hast uns sehr geholfen !!

Morgen geht es dann zur grossen Parade, auch wenn wir nicht auf den Roten Platz dürfen, der ist nur für geladene Gäste, wir können die Parade von einer Nebenstrasse aus verfolgen.
Nun dann, ich werde berichten.... bleibt gespannt......

PS: schaut auch immer mal in die Bildergalerie, dort sind mehr Bilder und kleine Beschreibungen

Beratung, Konzeption, Programmierung, Design

Diese Seite wurde mit dem tworabbits CMS umgesetzt: tworabbits.de