Rückreise, Irkutsk bis Omsk

Verfasst am: 30.08.2015

Von Babuschkin breche ich auf, das Wetter ist umgeschlagen, eiskalt kommt der Wind über den Baikal, es nieselt..... kein Grund länger hier zu bleiben. Es ist so etwas wie der letzte Tag einer glücklichen Zeit am Heiligen Meer. Ja, dieser See, der Baikal hat etwas magisches, was einen in den Bann zieht, einen ruhig und ehrfürchtig werden lässt. Trotz des Wetters fällt es mir sehr schwer zu gehen....es muss ja nun mal sein. Väterchen Baikal...ich komme wieder, versprochen !
In ein paar Etappen fahre ich nach Irkusk....denkste. Meine lieben Freunde fahren just an den Tagen in die Stadt um die Rente abzuholen, also sind die Datschen verweist. Egal, ich fahre nach Listwjanka, stelle mich wieder auf den bewachten Parkplatz und geniesse 3 Tage Touristischen Trubel. Kaufe Souvenirs, futter mal wieder Schaschlik und lese, gehe spazieren....

Dann sind meine Freunde zurück auf der Datscha und ich auch. Es ist so schön diese lieben Leutchen zu sehen, mit Ihnen zu reden, essen...reden...essen.... ich habe alle dort ganz fest in mein Herz geschlossen.

Aber auch hier heisst es Abschiednehmen, ich möchte nach Hause, bin Reisemüde. Wenn das Frühstück mal wieder 2 Stunden dauert, man schon nach 50 km Fahrt das Gefühl von x Stunden hat, keine Bilder gemacht werden..... alles Symptome für Reisemüdigkeit. Ich schleppe mich von Tag zu Tag.... sogar das lesen Abends fällt mir schwer.
Bei Krasnojarsk wird das erste Mal Honig angeboten, ich mag das Zeug nicht, aber meine Familie und es ist ein tolles Mitbringsel für Freunde und Nachbarn.....Honig aus Sibirien ist schon etwas besonderes..... das wissen auch die Produzenten und Verkäufer...... dementsprechend ist der Preis.... hat nichts mit Touristen Preisen zu tun, die Preise stehen angeschlagen.

Eine Besonderheit ist auch die volle Honigwabe die es zu kaufen gibt, man isst das Wachs einfach mit.... es soll die beste und reinste Form des Honigs sein.

Es geht immer weiter Richtung Westen..... ein Abstecher führt mich nach Tomsk. Auf dem Weg dort hin, in einem kleinen Dorf, ein Schild an der Strasse: Kartoffeln, Möhren, Rote Beete, Gurken. Das kommt wie gerufen, meine Vorräte an frischen Sachen sind verbraucht. Ein Mann, mittleren Alters, kommt vor das Hoftor und bietet seine Schätze an, 1 Kg dies, 1 Kg das..... Lieber Freund, sag ich, eine Person nur.... ich brauche Stück, nicht Kilo....Unverständnis. Am Ende habe ich 3 grosse Gurken, Handvoll Kartoffeln und Möhren, eine Rote Beete.... 50 Rub, sagt er...... das sind bei Kurs 80 Rub/ 1 Eu, ca 60ct...... Ihr könnt Euch denken, dass ich mehr gegeben habe.
Er fragt noch wo ich herkomme..... freut sich sehr, drückt mir immer wieder die Hand und sagt, ich wäre der erste Deutsche den er kennenlernt, sonst kennt er sie nur aus dem Fernsehen.
In Tomsk parke ich am Ufer des Tom, der der Stadt ihren Namen gab.

Andrej kommt nach kurzer Zeit und wir plaudern....später kommt auch noch ein zweiter dazu.... Ich kann mich immer Amüsieren.... der zuerst da war, alles abgefragt hat an Informationen, das Auto besichtigt, wird zum „wissenden“ und damit zum Fremdenführer wenn ein anderer dazu kommt....dann wird diesem erklärt wie alt das Auto ist, was es kostet, das es Dusche und Toilette hat und ich natürlich aus Deutschland, Hamburg komme.... so geht das sehr häufig.....einfach süss....

Die beiden zeigen mir noch die evangelische Kirche der Deutschen Minderheit, leider ist sie geschlossen und keiner ansprechbar.



Da mich die Stadt selber kaum interessiert fahre ich weiter, Richtung Omsk. Dort bin ich mit Alexey verabredet, über ein paar Ecken habe ich ihn auf Facebook kennen gelernt. Er will mir seine Stadt zeigen....

Bin sehr gespannt...... Ihr auch ?

Omsk
Gegen frühen Nachmittag erreiche ich Omsk..... die Stadt ist genau so wie ich sie schon jetzt das vierte Mal erlebe, schmutzig, laut und schlechte Strassen.... aber genau das ist der Grund warum ich hier bin. Denn Alexey hat mir von einer anderen, einer historischen, einer schönen Stadt erzählt. Die Koordinaten zu seinem Haus führen mich auf ein Industriegelände.... ein Anruf bestätigt... ich bin falsch. Nun... Koordinaten in der Stadt sind immer problematisch. Aber Alexey kommt mit seinem Land Cruiser 120 Prado und holt mich ab.

Eine Weile muss er noch arbeiten, ich sitze in der Küche seiner Firma. Er handelt mit elektronischen Sicherungsanlagen für Gas Pipelines..... mit grossem Erfolg. Der Hof steht voll mit seinen Hobbys: Snowmobile, ATVs, Motorräder... wann immer Zeit ist, fährt er mit Freunden, Frau und Kindern in die Natur, Jagen, Fischen....
Dann fahren wir in seinem Land Cruiser durch die Stadt und ich staune..... die Magistrale kratzt am Stadtrand entlang.... so wie beschrieben, aber die Innenstadt ist schön. Er zeigt mir die grosse Bibliothek, die erste vollautomatische in Sibirien, das Theater, Kinos, die Ufer des Irtysch und Om und dort wo sie zusammen fliessen.

Wir holen seine Frau Elena und Sohn Iwan ab.... stromern noch durch die Fussgängerzone und landen in einer Pizzeria ….. die erste Pizza seit April.....boh, war das gut.

Auf dem bewachten Firmengelände kann ich zur Nacht stehen. Früh um 0900 h verabschiede ich mich von meinem Freund Alexey.... wir bleiben in Kontakt.

Danke für die Einblicke, danke für die Führung durch Omsk und Danke für Deine (Eure) Freundschaft.

Die nächste Station wird Kurgan, die Familie von Swetlana und Sascha besuchen....

bis dann...... bleibt gespannt.

bitte auch die Bildergelarie beachten.....

 

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